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Sonntag, 24. Januar 2016 |18 Uhr 
Konzertsaal des Instituts für Musik 

 

Musik für 1000 Finger 
Conlon Nancarrow und das mechanische Klavier 

Conlon Nancarrow, Studies for Player Piano, Toccata für Violine und Player Piano 
Wolfgang Heisig,
Rechts & Links für Violine und Player Piano (2015) UA

 

Wolfgang Heisig - Phonola 
Otfrid Nies - Violine

 

Mit einem Essay von Otfrid Nies 

Allein das recht archaische Player Piano bot Nancarrow eine Lösung für die Umsetzung seiner kompositorischen Ideen. Überlagerung unterschiedlicher Taktarten sowie die Gleichzeitigkeit verschiedener Metren und Tempi – diese zentralen Momente seines kreativen Denkens waren zu einer Zeit, als die elektronische Musik noch nicht einmal in den Kinderschuhen steckte, kaum anders zu realisieren.
Das nachvollziehbare Scheitern der Interpreten an seinem instrumentalem Frühwerk ließ in Nancarrow den Wunsch reifen, sich der Interpreten zu entledigen. Dafür war das von Papierrollen betriebene Selbstspielklavier zunächst keineswegs die Romanze seines Lebens, viel eher war die Entscheidung für dieses Medium eine Art Vernunftehe. Schon bei seinen ersten Versuchen wurde ihm klar, welcher Aufwand an rein handwerklicher Arbeit notwendig sein würde, um seine Kompositionen auf die Papierrolle zu übertragen.
Der Zyklus der rund 50 Studies for Player Piano, in denen er Rhythmus- und Zeitdimensionen von Musik erforscht, bilden ein Zentrum seines Schaffens – ein Kosmos voller Ausdruck und Emotion, den György Ligeti bewundernd „das wohltemperierte Klavier des 20. Jahrhunderts“ nannte. Lassen Sie sich überraschen!

Foto: Otfrid Nies, Mexico City 1986