soundcheck 15

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4. Februar 2007


Seele - Kehle
Vom Singen und Bedeuten

Cyrillus Kreek (1889-1962), Önnis on inimene
Pyras/Karger,
Genealogie für Trommel und Stimme
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847),
Warum toben die Heiden 
Pyras/Karger, Gottesbeweis
Felix Mendelssohn Bartholdy, Richte mich, Gott
Pyras/Karger,
Am siebten Tag
Felix Mendelssohn Bartholdy, Mein Gott, warum hast Du mich verlassen 
Pyras/Karger,
Epilog


Olaf Pyras, Reinhard Karger
Cantiamo - Der Chor der Universität Kassel
Andreas Cessak -
 Leitung

Mit einem Essay von Prof. Dr. Ilse Müllner
„Lobe den Herrn, meine Kehle!“ (Ps 103,1) fordert sich der betende Mensch des Psalters selbst auf. In der Schöpfung wimmelt das Wasser von lebendigen Kehlen (Gen 1,20), und der Mann, der eine Frau begehrt, dessen Kehle klebt an ihr (Gen 34,3).
Ein vernachlässigtes Organ in unserer Kultur, ist die Kehle für das Menschenbild der hebräischen Bibel zentral. Der Fluss des Atems ebenso wie des Tons, Lebendigkeit und bedrohtes Leben, Begehren und Identität – die Fülle der Bedeutungen des hebräischen Wortes naefaesch übersteigt unsere Vorstellung von der Seele (so die gängigste Übersetzung) ins Körperliche, Leidenschaftliche und Lebensvolle hinein. Was bleibt von der angeblich so natürlichen Körperwahrnehmung, wenn Menschen anderer Kulturen ihre Körper ganz anders erleben?