soundcheck 41

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27. März 2011

 

Spätwerke
Starrköpfe und Ruhelose

 

Franz Liszt
Sunt lacrymae rerum · La Lugubre Gondola I und II
Schlaflos, Frage und Antwort, Nocturno nach einem Gedicht von Toni Raab
En Rêve. Nocturne · Bagatelle sans Tonalité · Unstern! Sinistre – Disastro
Ungarische Rhapsodie Nr.17

 

Andreas Mühlen – Klavier

 

Mit einem Essay von Dr. Dirk Stederoth
Spätwerken hängt der Ruf an, bestenfalls gereifte, zumeist jedoch erstarrte Ausformungen früher entwickelter Ideen zu sein, die den Fluss der vergangenen produktiven Lebensphasen vermissen lassen. Diesem Eindruck geben auch Theorien der Lebensalter die Hand, denen zufolge die letzte Lebensphase sich durch „prozesslose Gewohnheit“ (Hegel) charakterisieren lasse. Neben diesem Starrkopf-Typus zeigt sich jedoch noch ein anderer, der ruhelos im Spätwerk eine nochmalige Wendung vollzieht, wofür Franz Liszt ein eindrückliches Exemplar abgibt.
Ob diese „Ruhelosen“ eine andere Theorie der Lebensalter fordern und ob sie mit der Sudoku- und Altersfitness-Generation einhergeht, gilt es zu fragen.